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Typische Burnout Symptome und wie du sie wieder loswirst



Burnout ist in aller Munde. Manche beschreiben es als Modediagnose, andere sehen es als ernstzunehmende und eigenständige Krankheit. Doch was steckt wirklich dahinter?


Burnout-Symptome, Erschöpfungsdepression, Burnout-Phasen, Therapie, Prävention, Burnouttest, Zusammenbruch... das sind nur einige der vielen Schlagwörter, auf welche man im Zusammenhang mit dem Burnout-Syndrom trifft.


Man findet unzählige Artikel, Berichte, Blog-Beiträge, Videos oder Erfahrungsberichte. Doch wie kann man sich als Betroffener oder Angehöriger in diesem Informations-Dschungel noch ein eigenes Bild machen? Was soll man glauben?


Wir möchten dir in diesem Artikel einen Überblick zum Thema Burnout geben und aufzeigen, welche wichtige Rolle das frühe entgegenwirken der Erkrankung und die Burnout-Prävention spielen.


Wenn du dir nicht sicher bist, ob du am Anfang eines Burnout bist, oder schon mittendrin steckst, kannst du weiter unten auch mit Hilfe unseres kostenlosen Burnout-Tests herausfinden wie hoch dein Risiko ist.



Wie wird Burnout definiert?


Geht man nach der Definition der WHO, wird ein Burnout als chronischer Stress am Arbeitsplatz beschrieben, der nicht erfolgreich verarbeitet werden kann.


Unter dem Begriff Burnout versteht man einen Zustand der emotionalen Erschöpfung und/oder körperlichen Erschöpfung. Probleme im Zusammenhang mit deiner beruflichen Tätigkeit oder deines Privatlebens führen zu einem Gefühl der Überforderung.


Entsprechende Stresssymptome und Belastungsfaktoren treten dabei parallel auf. Du schränkst dein soziales Leben ein, dein Selbstwertgefühl sinkt und du ziehst dich immer mehr zurück. Deine Arbeit erfüllt dich nicht mehr und deine Leistungsfähigkeit nimmt spürbar ab.


Dieser belastende Zustand steigert sich über einen längeren Zeitraum und kann zu einem totalem Zusammenbruch führen. Auch eine Auszeit wie Wochenenden oder Ferien bringen dir keine Besserung.


Falls du dich oder einen Angehörigen in den gemachten Beschreibungen wieder erkennst, dann lies umbedingt weiter und erfahre alles über die typischen Burnout Symptome und Warnsignale.


Die Definition eines Burnouts ist vielseitig. Es kann zu emotionaler Erschöpfung bis hin zum totalen Zusammenbruch führen.


Symptome einer Burnout Erkrankung


Typische Symptome einer Burnout Erkrankung

Das Beschwerdebild kann sehr unterschiedlich sein. So wie kein Mensch dem anderen gleicht, erlebt jeder ein Burnout anders.


So stellt sich bei dir beispielsweise eine geistige Erschöpfung ein oder aber, das Erleben von Misserfolgen am Arbeitsplatz. Die Symptome sind äusserst vielfältig.


In der folgenden Infografik findest du die verschiedenen Symptome einer Burnout Erkrankung. Dabei werden vier Ebenen unterschieden: Arbeit, Sozialleben, körperlichen Beschwerden und die Gefühlsebene.



Wie du siehst, gibt es unzählige Symptome, welche auf ein Burnout hindeuten können. Natürlich musst du nicht all diese Symptome aufweisen, um an einem Burnout zu leiden. Es können in vielen Fällen auch nur wenige Symptome sein, deren Intensität bei dir einen hohen Leidensdruck verursachen.




Burnout Phasen - Was ist das?


In der Fachliteratur gibt es verschiedene Modelle, welche die unterschiedlichen Burnout Phasen beschreiben. Das wohl bekannteste, ist das 12 Phasen Modell vom Psychoanalytiker Herbert J. Freudenberger, welches wir dir weiter unten auch näher erklären werden.


Zunächst geben wir dir noch einen Überblick zu 5 anderen Burnout Modellen.



Die 3-Phasen Modelle nach Lauderdale, Maslach und Chemiss


Jeweils 3-Phasen umfassen die Modelle nach Lauderdale, Maslach und Chemiss. Hierbei werden folgende Phasen unterschieden:

Lauderdale

Maslach

Chemiss

Phase 1

Verwirrung

Erschöpfung

Berufsstress

Phase 2

Frustation

Dehumanisierung

Stillstand

Phase 3

Verzweiflung

Terminales Stadium

Defensive Bewältigungsversuche

Da diese Modelle nur 3 Phasen unterscheiden, sind diese auch nicht im gleichen Masse differenziert wie andere Modelle. Viele Aspekte finden hier keine Aufmerksamkeit und kratzen somit auch nur an der Oberfläche.



Das 7-Phasen Modell nach Prof. Burisch


Ein weiteres Modell ist das 7-Phasen Modell von Professor Burisch. Dieser teilt die verschiedenen Burnout Symptome in sieben unterschiedliche Kategorien auf.


Das Modell beginnt mit den Warnsymptomen der Anfangsphase. In dieser Phase beschreibt er z.b. den unermüdlichen Arbeitseinsatz und die fehlende Abgrenzung.


Es folgt die Phase des reduzierten Engagements. Veränderte Einstellungen und Rückzug von Mehrfachbelastungen wie Beruf, Freunde und Familie stehen hier im Zentrum.


Bei der Phase der emotionalen Reaktionen stellen Betroffene ihre eigenen Einstellungen in Frage, geben sich die Schuld zu versagen und nicht mehr das Gewohnte leisten zu können.

Symptome einer Burnout Erkrankung. Reduzierte Belastbarkeit am Arbeitsplatz.

Als nächster Schritt kommt der Abbau der Leistungsfähigkeit. Nicht nur die kognitive Leistung lässt nach, auch die Motivation und Kreativität reduzieren sich.


Die fünfte Phase beschreibt er als Verflachung des Lebens. Desinteresse gepaart mit sozialem Rückzug stehen hier im Vordergrund.


Als vorletzte Phase beschreibt Prof. Burisch vielfältige psychosomatische Reaktionen. Diese zeigen sich bei jedem anders und können von Gewichtsveränderungen, Schlafstörungen bis hin zu Muskelverspannungen, Herz-Kreislauf-Problemen oder Panikattacken reichen.


Schlussendlich folgt die Verzweiflung. Aus Hilflosigkeit entwickelt sich Hoffnungslosigkeit, Betroffene fühlen sich am Ende ihrer Kräfte, was sich wiederum als Suizidgedanken manifestieren kann.



Das 5-Phasen Modell nach Edelwich und Brodsky


Dieses Modell bezieht sich ursprünglich auf Pflege- und Heilberufe, ist aber durchaus auch auf andere Berufsgruppen anwendbar. Folgende Phasen werden hier erläutert:


Edelwich und Brodsky unterteilen den Ablauf eines Burnouts in 5 Phasen.



Das 12-Phasen Modell nach Freudenberger


Nachdem du einen kurzen Überblick über unterschiedliche Phasen-Modelle erhalten hast, schauen wir uns das 12-Phasen-Modell nach Herbert J. Freudenberger ausführlich an.



Phasen 1 bis 4: Die Alarmbereitschaft

Emotionale Belastung bei einer Burnout Erkrankung


Phase 1 : Der Zwang, sich zu beweisen

In dieser Phase kann es für dich schwierig sein, zu akzeptieren, dass du bei der Arbeit nicht alles erledigen kannst. Du setzt dich selber einem hohen Perfektions- und Leistungsdruck aus und hast ständig Angst, Fehler zu machen oder zu versagen.

  • erhöhte Arbeitsbereitschaft und Überengagement

  • Erwartungen an sich selbst steigen

  • Bedürfnisse werden zurückgestellt und eigene Grenzen schwerer erkannt



Phase 2: Verstärkter Einsatz

Der Drang zum Perfektionismus wird ein zunehmendes Problem. Du hast das Gefühl alles schnell und alleine erledigen zu müssen.

  • neue Aufgaben werden unreflektiert übernommen

  • auch an Wochenenden oder in den Ferien wird an neuen Projekten gearbeitet

  • das Gefühl, dass man unersetzlich ist, steigt



Phase 3: Vernachlässigung der eigenen Bedürfnisse

Es fällt dir schwer zu erkennen, dass du überarbeitet bist. Deine eigenen Bedürfnisse und innere Antreiber werden zurückgestellt und du rutscht immer mehr in einen ungesunden Lebensstil. Du wirst dich möglicherweise ungesünder ernähren oder weniger schlafen.

  • eigene Bedürfnisse werden immer mehr vernachlässigt

  • Schlafstörungen können auftreten

  • der Konsum von Kaffee, Zigaretten oder Zucker steigt


Phase 4: Verdrängung von Konflikten und Bedürfnissen

In dieser Phase verstärken sich deine Schlafprobleme. Zusätzlich können psychosomatische Beschwerden auftreten. Konflikte mit deiner Partnerin oder deinem Partner nehmen zu. Es fällt dir jedoch schwer, all diese Anzeichen wahrzunehmen. Zudem nehmen die Fehler im Job zu, du kommst vielleicht öfter zu spät in die Arbeit oder vergisst Termine.

  • Reduzierung von Freizeitaktivitäten

  • private Beziehungen werden vernachlässigt

  • Aufgaben werden nicht erledigt, ungenaues Arbeiten, Energieverlust


Phasen 5 bis 8: Wiederstandsphase

Abgrenzung während einer Burnout Erkrankung


Phase 5: Umdeutung von Werten

Deine Arbeitssituation bekommt einen immer grösseren Stellenwert. Beziehungen zu deinen Mitmenschen reduzieren sich mehr und mehr. Du nimmst dir wenig bis gar keine Zeit für dich und findest kein Erholung mehr. Auf andere wirkst du reserviert und distanziert.

  • Es wird immer schwieriger sich zu konzentrieren und zu fokussieren

  • private Kontakte werden stark reduziert

  • Probleme mit der Familie und Freunden verstärken sich



Phase 6: Verleugnung der Probleme

Du ziehst dich immer mehr zurück und bist unzufrieden. Dein Körper ist angespannt und körperliche Beschwerden nehmen zu. Gleichzeitig nimmt deine Arbeitsleistung stark ab.

  • Verlust von Erfolgs- oder Leistungsgefühlen

  • der tägliche Gang zur Arbeit wird zur Belastung

  • häufiger Arbeitsausfall, reduzierte Arbeitsstunden


Phase 7: Rückzug

In dieser Phase kannst du orientierungs- und hoffnungslos sein. Es fällt dir schwer, Kritik anzunehmen und du reagierst abweisend. Da deine Leistungsfähigkeit zunehmend abnimmt, lässt auch deine Arbeitsbereitschaft immer mehr nach.

  • Hilflosigkeit und inneres Leeregefühl

  • Suche nach Ersatzbefriedigungen, wie erhöhter Konsum von Essen, Alkohol, Sex

  • Abnahme der Leistungsfähigkeit und Organisation

  • Vermeidung von Entscheidungen

  • Herzrasen, Gewichtsabnahme oder -zunahme, erhöhter Blutdruck



Phase 8: Verhaltensänderung

Du reagierst schnell unangemessen und fühlst dich leicht angegriffen, bist empfindlich und misstrauisch. Auf andere wirkst du auch gleichgültig und zurückgezogen. Deine Arbeit wird zur immer grösseren Belastung.

  • Rückzug, Einsamkeit, Ablehnung von Nähe und gut gemeinten Ratschlägen

  • Reduzierte Produktivität und Initiative

  • Soziales Leben wird immer weniger, sowohl privat als auch beruflich

  • Starke und abhängige Bindung an einzelne Bezugsperson



Phasen 9 bis 12: Erschöpfungsphase

Gefühl des Verlustes der eigenen Persönlichkeit während einer Burnout Erkrankung

Phase 9: Depersonalisation - Verlust des Gefühls für die eigene Persönlichkeit

In der Phase der Depersonalisation erkennst du dich teilweise selbst nicht mehr, Dein Leben macht keinen Sinn mehr, du funktionierst nur noch. Psychosomatische Symptome treten in den Vordergrund.

  • vermehrte Müdigkeit und Erschöpfung

  • Funktionieren im “Autopilot”

  • Psychosomatische Reaktionen nehmen deutlich zu


Phase 10: Innere Leere

Das Gefühl der inneren Leere wird stärker und hat Auswirkungen auf deinen Alltag. Deine Ängste wachsen, du fühlst dich nutzlos und ausgebrannt. Panikattacken oder Phobien können auftreten.

  • Starke Emotionen in Abwechslung mit innerer Leere

  • destruktive Einstellungen

  • Panikattacken, Phobien, Angst vor Menschen

  • exzessives Verhalten, wie Kaufräusche, Fressattacken, Sex ohne Befriedigung



Phase 11: Depression und Erschöpfung

Deine negativen Emotionen beziehen sich vermehrt auf dich selbst. Du fühlst dich ausgelaugt, erschöpft und hoffnungslos. Deine Verzweiflung kann bis zu Selbstmordgedanken führen.

  • Aussichtslosigkeit, Negativität

  • starke Erschöpfung, hohes Schlafbedürfnis

  • Existenzielle Nöte, Suizidgedanken



Phase 12: Völlige Erschöpfung

Die letzte Phase der völligen Erschöpfung, gleicht einem psychischen und körperlichen Zusammenbruch. Spätestens zu diesem Zeitpunkt solltest du dir professionelle Hilfe holen und erkennen, dass du dich in einer ernsten Notfallsituation befindest.

  • Erschöpfung auf geistiger, körperlicher und emotionaler Ebene

  • Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, Magen-Darm und Immunsystems

  • Selbstmordgefahr



Wie auch in allen anderen Modellen, ist es wichtig zu verstehen, dass du nicht zwingend alle Phasen in der vorgegebenen Reihenfolge durchlaufen musst. Eine Phase kann ausgeprägter ausfallen oder andere einfach übersprungen werden. Einzelne Stufen können sich auch überschneiden oder ineinander übergehen.

Der persönliche Leidensdruck einer Burnouterkrankung wird unterschiedlich wahrgenommen.

Dein persönlicher Leidensdruck spielt im ganzen Prozess auch eine wichtige Rolle. Für Person A kann schon bei Phase 4 ein erheblicher Leidensdruck vorhanden und angemessene Beratung oder Therapie hilfreich sein. Person B hingegen verspürt vielleicht erst bei Stufe 11 oder 12, dass es so nicht weitergehen kann und Hilfe notwendig ist.


Vergleiche dich nicht mit anderen, gehe dein eigenes Tempo und hole dir ärztliche oder psychologische Unterstützung wenn du an deine Grenzen stösst.



HRV und Burnout


Was kannst du nun aber ganz konkret tun, wenn du den Verdacht hast, an einem Burnout erkrankt zu sein? Zunächst musst du unbedingt einen Arzt aufsuchen, denn ein unbehandeltes Burnout kann lebensbedrohlich sein. Ob Suizidversuch oder schwere Herz- Kreislauferkrankungen: die Konsequenzen von jahrelangem Stress kann verheerend sein.


Das wohl bekannteste Messverfahrung zur Bestimmung deines Gesamtgesundheitszustandes ist die sogenannte Herzratenvariabilität, kurz HRV. Sie wird standartmässig in der Kardiologie als Screeningtool und bei Geburten eingesetzt. Die HRV des Babies gibt präzise Auskunft über den Stresszustand des Säuglings.


Mittlerweile wird die HRV in der Präventivmedizin, im Leistungssport und im Rahmen von zeitgemässiger Leistungsdiagnostik in der modernen Arbeitswelt eingesetzt.


Mithilfe eines Mini EKG-Gerätes, welches du während 24 Stunden trägst, wird dein vegetatives Nervensystem auf die Millisekunde genau analysiert. So erhältst du evidenzbasierte (wissenschaftlich abgesicherte) Aussagen über fast 30 ausgewählte Gesundheitsparametet u.a. dein Stresslevel, Burnoutrisiko, Schlafqualität oder deine Konzentrationsfähigkeit.

Im folgenden Bild siehst du die HRV eines gesunden und leistungsfähigen Menschen.


Die Lebensfeuer Bilder sind Eigentum der Autonomhealth® Gesundheitsbildung GmbH.


Damit du dir die HRV besser vorstellen kannst, siehst du einen Vergleich zwischen einem sehr gesunden und vitalen Menschen und einer Person, welche sich in einem Burnout befindet. Du siehst somit ganz intuitiv, welche Person über eine gesunde Leistungsfähigkeit, Energie und Lebensfreude verfügt und welche Person keine Energie mehr hat und ebenso an schweren Depressionen oder anderen psychischen Erkrankungen leidet.


Möchtest du mehr über die HRV-Messung erfahren? Dann hol dir alle Infos schau doch mal auf unserer Seite heartastic vorbei und tauche in das spannende Thema der Herzratenvariabilität ein!




Unser Fazit


Du hast es bis hierher geschafft? Gratulation! Nicht viele halten durch und lesen einen Artikel bis zum Schluss. Wir möchten dir noch unsere wichtigsten Punkte mit auf deinen Weg geben:


  • Eine Burnout Erkrankung ist immer ernst zu nehmen und bedarf professioneller Hilfe

  • Burnout-Anzeichen und Symptome können sehr unterschiedlich und individuell auftreten

  • Ein Burnout hat nichts mit Schwäche zu tun, es ist eine Überlastung

  • Mit Hilfe von Prävention kann man viel erreichen. Hole dir frühzeitig Hilfe, dann kommst du auch schneller wieder aus der Burnout Spirale heraus.



Kennst du schon unseren Burnouttest?


Bist du noch unsicher, ob du unter einem drohenden Burnout leidest oder interessiert es dich, wie hoch dein Risikofaktor ist? Dann mache doch einfach unseren kostenlosen Burnouttest und fülle unseren Fragebogen aus. Es wird Zeit, deine Gesundheit, wieder in die eigenen Hände zu nehmen.

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